Außenanlagen
Teil von Außenanlagen richtig planen und wassersparend anlegen
Standortgerechte Gehölze oder exotische Pflanzen für Außenanlagen
Heimische Gehölze oder Exoten für Außenanlagen im Vergleich: Acer campestre, Cornus sanguinea, Standortansprüche, Kosten und Bezugsquellen über Baumschulen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Heimische Gehölze wie Acer campestre und Cornus sanguinea sind an Frost, Boden und Insektenwelt Mitteleuropas angepasst.
- Exoten wie Ginkgo biloba und Liquidambar styraciflua bieten Trockenheitstoleranz und Herbstfärbung, brauchen aber warme Lagen.
- Über die Eignung entscheiden Boden, Wasser und Licht, nicht allein die Herkunft.
- Bezugsquellen sind Endverkaufsbaumschulen, Gartenbaumschulen und Betriebe im Bund deutscher Baumschulen.
- Die Preisspannen für die Pflanzsaison im Herbst und Frühjahr reichen von 8 bis 25 Euro für Sträucher und 150 bis 400 Euro für Hochstämme.
Heimische Gehölze und ihre Standortansprüche
Acer campestre, der Feldahorn, gedeiht auf lehmigen und kalkhaltigen Böden, verträgt Trockenheit und Rückschnitt und erreicht als Heister in fünf Jahren rund drei Meter Höhe. Cornus sanguinea, der Rote Hartriegel, besiedelt frische bis wechselfeuchte Lagen und zeigt im Winter rote Triebe.
Ergänzend eignen sich Carpinus betulus, Corylus avellana, Prunus spinosa und Viburnum lantana. Diese Arten decken ein breites Standortspektrum ab und sind als Ballen- oder Containerware in deutschen Baumschulen erhältlich. Feldahorn, Hartriegel und Hasel zählen zu den heimischen Arten, die Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Nahrung bieten.
Auf verdichteten Böden fehlt den Wurzeln der Luftaustausch. Das Umweltbundesamt erläutert in der Publikation Kleine Bodenkunde, wie Poren, Humus und Bodenleben die Wasserspeicherung bestimmen. Vor der Pflanzung lohnt eine Grabung von 60 Zentimetern Tiefe, um Bodenschichtung und Verdichtung zu prüfen.
Exotische Alternativen im direkten Vergleich
Ginkgo biloba übersteht Stadtklima, Streusalz und Trockenheit und gilt bis etwa minus 30 Grad Celsius als frosthart. Liquidambar styraciflua liefert kräftige Rot- und Orangetöne, verlangt aber tiefgründige, frische Böden. Gleditsia triacanthos und Koelreuteria paniculata erschließen heiße, trockene Standorte.
Bei der Winterhärte trennen sich die Gruppen deutlich. Lagerstroemia indica braucht in Mitteleuropa geschützte Lagen und Winterschutz, Feldahorn und Hartriegel kommen ohne aus. Exoten kosten mehr, weil sie länger in der Baumschule stehen. In der Anwuchsphase ist ihr Wasserbedarf hoch, eine Mulchauflage senkt die Verdunstung.
Vergleichstabelle: Ansprüche und Kosten
Die Übersicht stellt Richtwerte gegenüber, die je nach Sorte, Qualität und Region schwanken.
| Kriterium | Heimische Gehölze | Exotische Gehölze |
|---|---|---|
| Winterhärte | bis etwa minus 30 Grad Celsius | teils nur bis minus 15 Grad Celsius |
| Wasserbedarf | mittel, nach der Anwuchsphase gering | anfangs hoch |
| Insektennutzen | hoch | gering bis mittel |
| Preis Heister | 10 bis 30 Euro | 25 bis 80 Euro |
| Verfügbarkeit | regional breit | sortenabhängig, Lieferengpässe möglich |
Für Heckenpflanzungen sind Heister preiswerter als Hochstämme, weil sie dichter wachsen und schneller schließen. Alle Beträge sind Nettopreise für gewerbliche Abnehmer, im Endverkauf kommt die Mehrwertsteuer von 19 Prozent hinzu.
Pflanzung, Kosten und Bezugsquellen
Eine Beispielrechnung für 100 Quadratmeter Strauchfläche: 30 Sträucher in Zwei-Liter-Containern zu je 12 Euro ergeben 360 Euro netto. Dazu kommen rund 2 Kubikmeter Substrat zu 45 Euro je Kubikmeter und 120 Euro für Rindenmulch. Der Arbeitsaufwand liegt bei etwa einem Tag für zwei Personen. Mulchschichten von fünf Zentimetern halten die Bodenfeuchte und senken den Gießaufwand.
So gehen Planer und Gartenbesitzer vor:
- Bodenart und pH-Wert mit einem Testset oder im Labor bestimmen.
- Lichtverhältnisse über den Tagesverlauf protokollieren.
- Artenliste mit Winterhärtezone und Endhöhe erstellen.
- Pflanzabstand und Wurzelraum festlegen.
- Ware bei einer Endverkaufsbaumschule oder über Betriebe des Bundes deutscher Baumschulen bestellen.
Baumschulen liefern in der Regel mit Herkunftsangabe, oft aus deutschen oder niederländischen Wuchsregionen.
Klimaanpassung und rechtliche Grenzen
Mit steigender Hitze wächst der Bewässerungsbedarf in Außenanlagen. Das Umweltbundesamt beschreibt auf seiner Fachseite zur Anpassung an den Klimawandel, welche Maßnahmen der Hitzevorsorge dazugehören, darunter Schatten durch Gehölze und eine Bewässerung in den kühleren Morgenstunden.
Die Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau veröffentlicht Versuchs- und Beratungsergebnisse zu Gehölzen und Standortanpassung im Erwerbsgartenbau. Paragraf 40 Absatz 4 des Bundesnaturschutzgesetzes verlangt für das Ausbringen gebietsfremder Pflanzen in der freien Natur eine Genehmigung. Für Gärten, Parks und sonstige Außenanlagen greift diese Regel nicht, weil sie Flächen außerhalb der Siedlung betrifft.
In den ersten zwei Standjahren sollten frisch gepflanzte Gehölze auch nach Regen kontrolliert werden, weil Ballenware von innen austrocknen kann.
Häufige Fragen
Sind exotische Gehölze in Außenanlagen zulässig?
Ja. Die Genehmigungspflicht nach Paragraf 40 Absatz 4 des Bundesnaturschutzgesetzes betrifft nur das Ausbringen in der freien Natur, nicht die Bepflanzung von Grundstücken und Grünanlagen.
Welche heimischen Gehölze eignen sich für trockene Standorte?
Acer campestre, Carpinus betulus und Prunus spinosa kommen mit sommerlicher Trockenheit zurecht. Cornus sanguinea bevorzugt dagegen frische bis wechselfeuchte Böden.
Was kostet die Bepflanzung einer Außenanlage?
Orientierungswerte je Stück: Sträucher 8 bis 25 Euro, Heister 10 bis 30 Euro, Hochstämme 150 bis 400 Euro. Hinzu kommen Substrat, Mulch und Pflanzarbeiten.
Wo beziehe ich standortgerechte Gehölze?
Endverkaufsbaumschulen der Region, Gartenbaumschulen und Betriebe des Bundes deutscher Baumschulen liefern mit Herkunftsangabe.
Wie oft muss ich neu gepflanzte Gehölze gießen?
In den ersten zwei Standjahren etwa 10 bis 15 Liter pro Pflanze und Woche bei Trockenheit, verteilt auf die Morgenstunden.