Bewässerung
Teil von Bewässerung planen: Wasserbedarf ermitteln und Systeme auswählen
3 Wasserquellen für die Bewässerung von Grünflächen
Wasserquellen für die Bewässerung: Brunnen, Zisternen und Grauwasser mit Ergiebigkeit, Genehmigungen und Kosten für Planer und Betriebe im Überblick.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Brunnen erschließen Grundwasser und brauchen eine Erlaubnis nach § 8 WHG bei der Unteren Wasserbehörde.
- Zisternen sammeln Regenwasser, entlasten die Kanalisation und kommen meist ohne Erlaubnis aus.
- Grauwasser ist nur aufbereitet nutzbar und muss vom Trinkwassernetz getrennt bleiben.
- Ausgelegt wird jede Quelle über Tagesbedarf, Speichervolumen und nutzbaren Regenertrag.
Brunnen: Ergiebigkeit, Erlaubnis und Kosten
Wer Grundwasser für die Bewässerung entnehmen will, braucht eine wasserrechtliche Erlaubnis oder Bewilligung nach § 8 des Wasserhaushaltsgesetzes. Zuständig sind die Unteren Wasserbehörden bei Landratsämtern und Kreisen, denn die Länder vollziehen das Bundesrecht. Den Rahmen für den Gewässerschutz setzt auf EU-Ebene die Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG.
Wie viel Wasser ein Brunnen liefert, hängt vom Grundwasserleiter ab. Das DVGW-Arbeitsblatt W 121 beschreibt Bau und Betrieb von Brunnen, die tatsächliche Ergiebigkeit klärt ein Pumpversuch. Ein Schachtbrunnen deckt kleinere Flächen ab, für große Anlagen kommt ein Bohrbrunnen mit höherer Fördermenge infrage.
Für eine Entnahme in geringer Menge sehen einige Landesregelungen Ausnahmen vor. Wer größere Mengen fördert, muss die Entnahmemengen messen und melden. Einige Länder erheben zudem ein Wasserentnahmeentgelt mit unterschiedlich hohen Sätzen.
Angaben zur Ergiebigkeit gehören in jede Ausschreibung, weil die Bewässerung sonst an heißen Tagen zusammenbricht. Das Umweltbundesamt verweist bei Hitzeperioden auf angepasste, wassersparende Konzepte und die Regenwassernutzung, siehe Anpassung an den Klimawandel.
Zur Investition zählen Bohrung oder Schacht, Pumpe, Steuerung und die Einbindung in das Bewässerungsnetz. Beispielrechnung: 12.000 Euro Anschaffung über 15 Jahre Nutzungsdauer ergeben 800 Euro pro Jahr, bei 120 Kubikmetern Wasser also rund 6,70 Euro je Kubikmeter vor Stromkosten.
Zisterne: Regenwasser sammeln und speichern
Zisternen und Erdtanks sammeln Niederschlag von Dachflächen und Nebengebäuden. Für Grünflächen ist das Wasser gut geeignet, weil es kalkarm ist. Eine wasserrechtliche Erlaubnis ist dafür in der Regel nicht erforderlich, ein Blick in die Satzung der Kommune aber sinnvoll.
Viele Gemeinden verlangen eine Rückhaltung auf dem Grundstück oder gewähren einen Nachlass bei der Niederschlagswassergebühr, wenn ein Speicher nachgewiesen wird. Wie Regenwasser in Boden und Fläche eingebracht wird, beschreibt das Umweltbundesamt unter Boden und Fläche. Regelwerke wie DWA-A 138 und DIN 1989-1 geben Vorgaben für Planung und Betrieb.
Technisch brauchen Zisternen einen Filter, einen Überlauf mit Rückstausicherung und eine Pumpe mit Trockenlaufschutz. Der Speicher wird frostsicher und gegen Auftrieb gesichert eingebaut. Eine Nachspeisung mit Trinkwasser verlangt einen freien Auslauf und eine Sicherung nach DIN EN 1717. Für die Ausbringung eignen sich Tropfrohre und Sprühdüsen mit passender Wurfweite, wie sie Hunter Beregnungssysteme für verschiedene Anwendungen führt.
Beispielrechnung: Ein Erdtank mit 10 Kubikmetern, Filter und Pumpe wird mit 4.000 Euro angesetzt. Bei 20 Jahren Nutzungsdauer sind das 200 Euro pro Jahr, dazu kommen Strom und die jährliche Reinigung des Filters.
Grauwasser: Aufbereitung und strikte Trennung
Grauwasser ist schwach belastetes Abwasser aus Duschen, Waschbecken und Waschmaschinen. Für die Bewässerung muss es aufbereitet werden, sonst verstopfen Filter und Tropfer. Ein zweites Leitungsnetz mit eigener Kennzeichnung ist Pflicht, jede Verbindung zum Trinkwassernetz bleibt unzulässig. In die Regenwasserzisterne darf Grauwasser nicht eingeleitet werden, beide Anlagen bleiben getrennt.
Die Ergiebigkeit richtet sich nach der Nutzung der Sanitärobjekte und ist über das Jahr gleichmäßiger als Regen. In Wohngebäuden fällt die Menge kontinuierlich an, für große Rasenflächen reicht sie im Sommer dennoch selten allein aus. Für Grünflächen eignet Grauwasser sich als Ergänzung, etwa für Gehölzflächen und Beete.
Der Aufwand für Aufbereitung, zweites Netz und Wartung liegt über dem einer Zisternenlösung. Betreiber dokumentieren Proben, Reinigungsintervalle und Störfälle, die Gesundheitsämter können Nachweise zur Wasserqualität verlangen.
Rechenbeispiel: Bedarf, Dachfläche, Speicher
Beispielrechnung für 500 Quadratmeter Rasen mit 120 Bewässerungstagen:
- Bedarf: 2 Liter je Quadratmeter und Tag ergeben 1.000 Liter pro Tag, über die Saison 120 Kubikmeter.
- Regenertrag: 200 Quadratmeter Dachfläche mal 700 Millimeter Jahresniederschlag ergeben 140 Kubikmeter, nach 10 Prozent Verlust rund 126 Kubikmeter.
- Speicher: 10 Kubikmeter Volumen decken zehn Tage ohne Niederschlag.
- Ergänzung: Für die Spitzen im Juli und August bleibt ein Brunnen oder ein Trinkwasseranschluss als Reserve.
Häufige Fragen
Braucht eine Zisterne eine Genehmigung?
In der Regel nicht. Prüfen Sie die örtliche Satzung, denn Kommunen können Rückhaltung, Anzeige oder Gebührennachlass regeln.
Welche Fördermenge muss ein Brunnen liefern?
Bei 1.000 Litern Tagesbedarf und zwei Stunden Laufzeit genügen rund 0,5 Kubikmeter pro Stunde, Reserven für Hitzeperioden eingerechnet.
Ist Grauwasser für die Bewässerung erlaubt?
Aufbereitet ja, aber nur über ein getrenntes Netz mit Kennzeichnung. Verbindungen zum Trinkwassernetz sind verboten.
Welche der drei Quellen ist am günstigsten?
Regenwasser aus der Zisterne hat die niedrigsten Betriebskosten. Brunnenwasser ist nach der Investition ebenfalls günstig, Trinkwasser bleibt die teuerste Option.