Bewässerung

Teil von Bewässerung planen: Wasserbedarf ermitteln und Systeme auswählen

Welche Sensoren und Zeitpläne sparen Wasser bei der Bewässerung?

Bewässerungssteuerung: Bodenfeuchte- und Regensensoren, wettergeführte Zeitpläne, Einsparungen von 20 bis 40 Prozent sowie FLL- und DWA-Regelwerk im Überblick.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bodenfeuchtesensoren starten die Bewässerung erst, wenn der Wurzelraum austrocknet.
  • Regensensoren unterbrechen Programme nach Niederschlag, steuern die Menge aber nicht.
  • Wettergeführte Steuerungen passen die Laufzeit täglich an Verdunstung und Regen an.
  • Herstellerangaben nennen Einsparungen von 20 bis 40 Prozent gegenüber festen Zeitplänen.
  • FLL und DWA liefern die planerischen Grundlagen, DWD und Umweltbundesamt die Klimadaten.

Sensortypen und ihre Messgrößen

Bodenfeuchtesensoren messen die Wasserverfügbarkeit im Wurzelraum, meist kapazitiv über die Dielektrizitätszahl. Unterschreitet die Feuchte einen Schwellwert, gibt die Steuerung Wasser frei. Erfasst wird also der Bedarf der Fläche, nicht nur die Wetterlage. Das macht diese Steuerung genauer als jede feste Zeitvorgabe.

Ein einzelner Sensor vertritt allerdings nur seinen Standort. Bei unterschiedlichen Böden innerhalb einer Anlage braucht es mehrere Messpunkte, sonst bewässert die Steuerung die eine Zone zu nass und die andere zu trocken.

Regensensoren arbeiten gröber. Ein Hygroskop oder eine Plattenelektrode erkennt Niederschlag und unterbricht das Programm für eine einstellbare Zeit. Überflüssige Läufe während und kurz nach dem Regen entfallen. Auf die Wassermenge bei trockenem Wetter haben sie keinen Einfluss.

Wettergeführte Steuerungen, oft als ET-Module angeboten, verrechnen Temperatur, Strahlung, Wind und Luftfeuchte zur Verdunstungsrate. Daraus ergibt sich die Laufzeit für den folgenden Tag. Für weitläufige kommunale Flächen ist diese Variante am wirksamsten, weil sie saisonale Schwankungen abbildet. Die Bezugsdaten zu Hitze- und Regenphasen liefert der Klimastatusbericht des Deutschen Wetterdienstes.

Sinnvoll ist die Kombination: Der Regensensor sperrt, der Bodenfeuchtesensor dosiert, das ET-Modul berechnet. Wer nur einen Fühler nachrüstet, wählt zuerst den Bodenfeuchtesensor in der schwächsten Zone.

Zeitpläne bedarfsgeführt aufbauen

Feste Zeitpläne bleiben als Rückfallebene nötig, damit die Fläche auch bei Sensorausfall Wasser erhält. Der Umbau folgt zweckmäßig diesen Schritten:

  1. Bewässerungszonen nach Bodenart, Besonnung und Pflanzenbestand trennen.
  2. Je Zone einen Schwellwert aus Bodenfeuchte oder ET-Vorgabe festlegen.
  3. Laufzeiten in kurzen Abständen prüfen und an die Vegetationsphase anpassen.
  4. Regen- und Feuchtesignale als Sperre vorschalten, nicht als Ersatz für den Plan.
  5. Verbrauch je Zone monatlich dokumentieren und mit dem Vorjahr vergleichen.

Rechenbeispiel: Einsparung in Prozent und in Euro

Hersteller von Steuerungen nennen Einsparungen von 20 bis 40 Prozent gegenüber starren Zeitplänen. Diese Werte stammen aus Produktunterlagen, etwa den Systeminformationen von Hunter Industries, und sind keine unabhängigen Feldmessungen. Die Größenordnung lässt sich dennoch durchrechnen.

Beispielrechnung: Eine Kommune bewässert 2,5 Hektar Sportrasen und verbraucht ohne Steuerung 6.000 Kubikmeter im Jahr. Bei angenommenen 2,50 Euro je Kubikmeter einschließlich Abwasseranteil sind das 15.000 Euro. Eine Einsparung von 25 Prozent entspricht 1.500 Kubikmetern und 3.750 Euro jährlich. Hinzu kommt kürzere Pumpenlaufzeit, also weniger Stromkosten.

Grenzen der Automatisierung

Sensoren driften, verschmutzen und müssen kalibriert werden. Ohne Wartung steuern sie am Bedarf vorbei, im schlimmsten Fall dauerhaft zu nass oder zu trocken. Fällt ein Fühler aus, entstehen Trockenschäden, bevor sie auffallen. Störungsmeldungen und ein hydraulischer Abgleich der Kreise gehören deshalb zur Anlage.

Automatik ersetzt außerdem keine Planung. Die fachlichen Grundlagen für Planung, Bau und Pflege von Freianlagen bündelt die FLL, die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau, in ihrem Regelwerk. Das DWA-Regelwerk behandelt die Regenwasserbewirtschaftung und damit die Frage, wie Niederschlag auf der Fläche bleibt.

Das Umweltbundesamt empfiehlt bei Hitze eine Kombination aus bedarfsgeführter Bewässerung und Regenwassernutzung, etwa über Zisternen, wie es seine Hinweise zu Klimafolgen und Anpassung zusammenfassen.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser sparen Bodenfeuchtesensoren?

Herstellerangaben liegen bei 20 bis 40 Prozent gegenüber festen Zeitplänen. Unabhängige Messreihen sind rar. Der tatsächliche Wert hängt von Bodenart, Witterung, Zonierung und Wartung ab.

Reicht ein Regensensor für eine kommunale Anlage?

Nein. Er verhindert nur Beregnung während und kurz nach Regen. Die Wassermenge bei trockenem Wetter bleibt ungesteuert.

Welche Regelwerke sind maßgeblich?

Für Freianlagen das Regelwerk der FLL, für den Umgang mit Niederschlagswasser das DWA-Regelwerk. Beide sind keine Herstellerunterlagen.

Wie oft müssen Sensoren geprüft werden?

Ein festes Intervall gibt es nicht. Sinnvoll sind eine Kontrolle vor Saisonbeginn und eine Sichtprüfung nach längeren Regen- oder Hitzeperioden.

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