Pflegegeräte

Teil von Pflegegeräte für Grünflächen: Akku oder Benzin im Vergleich

Kosten für Pflegegeräte: Anschaffung, Wartung, Betrieb

Kosten Pflegegeräte: Anschaffungspreise in Euro, Wartungsintervalle sowie Betriebskosten für Strom, Benzin und Wasser im Lebenszyklus kalkuliert.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Anschaffungspreise reichen von 300 Euro netto für einen Handrasenmäher bis 45.000 Euro netto für einen kommunalen Großflächenmäher.
  • Gewartet wird nach Betriebsstunden: Ölwechsel jährlich oder alle 50 Stunden, Messerschleifen einmal pro Saison.
  • Betriebskosten je Stunde: 2 bis 3 Euro mit Benzin, 0,80 bis 1,30 Euro mit Akku.
  • Über zehn Jahre entfallen 40 bis 60 Prozent der Kosten auf Wartung, Verschleiß und Energie.
  • Alle Beträge sind Nettopreise, zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer.

Anschaffungspreise nach Geräteklasse

Die Tabelle nennt marktübliche Spannen für gewerbliche und kommunale Ausführungen. Es handelt sich um Nettopreise ohne Zubehör, ohne Transport und ohne Einweisung. Kommunen beschaffen über Vergabeverfahren, Rahmenverträge bündeln Abrufe mehrerer Bauhöfe und senken den Stückpreis. Für die Kalkulation zählt die Nutzungsdauer, nicht der Kaufpreis.

Gerät Anschaffung netto Nutzungsdauer Abschreibung pro Jahr
Handrasenmäher, Benzin, Schnittbreite 46 cm 300 bis 600 Euro 8 Jahre 38 bis 75 Euro
Akku-Motorsense, Profiklasse 700 bis 1.200 Euro 6 Jahre 117 bis 200 Euro
Aufsitzmäher, Schnittbreite 92 cm 4.500 bis 8.000 Euro 10 Jahre 450 bis 800 Euro
Kommunaler Großflächenmäher 25.000 bis 45.000 Euro 10 Jahre 2.500 bis 4.500 Euro
Laubbläser als Anbaugerät 1.800 bis 3.500 Euro 12 Jahre 150 bis 292 Euro

Die Abschreibung ist linear und ohne Restwert gerechnet. Bei Akkugeräten ist der Akku nach 1.000 bis 1.500 Ladezyklen zu ersetzen; dieser Posten gehört in die Abschreibung und nicht in die Wartung. Bei größeren Geräteparks senken identische Modelle die Kosten für Ersatzteilhaltung und Einweisung.

Wartung: Intervalle und Richtwerte

  1. Täglich: Luftfilter prüfen, Messer auf Schäden kontrollieren, Akkustand dokumentieren.
  2. Alle 50 Betriebsstunden: Motoröl wechseln, Zündkerze und Kraftstofffilter prüfen.
  3. Einmal pro Saison: Messer schleifen oder ersetzen, Keilriemen, Lager und Dichtungen kontrollieren.
  4. Alle zwei Jahre: Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nach DGUV Vorschrift 3.
  5. Nach 500 Betriebsstunden: Getriebeöl, Kupplung und Hydraulikschläuche erneuern.

Werkstätten berechnen 70 bis 110 Euro netto je Arbeitsstunde. Als Kalkulationsgröße gelten 6 bis 10 Prozent des Anschaffungswerts pro Jahr für Wartung und Verschleißteile. Wer diese Größe nicht ansetzt, unterschätzt die Kosten je Quadratmeter erheblich.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin stellt mit der Gefährdungsbeurteilung das Instrument bereit, mit dem Betriebe Lärm- und Vibrationsbelastung je Gerät bewerten. Aus den Expositionsgrenzwerten der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung folgen kürzere Einsatzzeiten. Kürzere Einsatzzeiten bedeuten mehr Geräte oder mehr Personalstunden und damit höhere Kosten je Fläche.

Betriebskosten: Strom, Benzin und Wasser

Benzinbetriebene Geräte verbrauchen 1,2 bis 1,8 Liter je Stunde. Bei 1,70 Euro je Liter liegen die Kraftstoffkosten zwischen 2 und 3 Euro je Betriebsstunde. Zwei- oder Viertaktöl kommt bei Zweitaktern hinzu.

Akkugeräte laden mit 1,5 bis 2 Kilowattstunden je Wechselakku. Bei 0,25 Euro netto je Kilowattstunde kostet eine Ladung rund 0,40 Euro und deckt etwa eine Betriebsstunde. Dazu kommt der Akkuverschleiß: Ein Ersatzakku kostet 600 bis 900 Euro, verteilt auf die erreichten Ladezyklen sind das 0,40 bis 0,90 Euro je Stunde.

Wasser gehört zu den Betriebskosten der Bewässerungstechnik. Das Umweltbundesamt nennt in seinen Empfehlungen zu Klimafolgen und Anpassung Regenwassernutzung und bedarfsgerechte Bewässerungszeiten als Wege, den Wasserbezug zu senken.

Der Deutsche Wetterdienst dokumentiert Hitze- und Niederschlagsverläufe im Klimastatusbericht. Trockenere Sommer verlängern Mäh- und Bewässerungssaisons und erhöhen die Betriebsstunden.

Beregnungstechnik wird über definierte Düsendurchflüsse ausgelegt. Hunter Industries gibt in den Produktinformationen zu Tropf- und Sprühbewässerung Durchfluss und Arbeitsdruck an, daraus lassen sich Wassermenge und Pumpenlaufzeit berechnen.

Kraftstoffpreise sind Einkaufspreise ohne Umsatzsteuer, sofern der Betrieb vorsteuerabzugsberechtigt ist. Ohne Vorsteuerabzug erhöhen 19 Prozent Umsatzsteuer jeden genannten Betrag.

Rechenbeispiel: Motorsense mit 250 Betriebsstunden

  • Kraftstoff: 1,2 Liter je Stunde, 300 Liter im Jahr, 1,70 Euro je Liter, also 510 Euro.
  • Zweitaktöl im Verhältnis 1:50: 6 Liter, 10 Euro je Liter, also 60 Euro.
  • Wartung und Verschleißteile: 120 Euro.
  • Abschreibung: 1.500 Euro Kaufpreis, 6 Jahre Nutzung, also 250 Euro.
  • Summe: 940 Euro pro Jahr, das sind 3,76 Euro je Betriebsstunde.

Personalkosten sind in dieser Beispielrechnung nicht enthalten. Das Statistische Bundesamt weist die Verdienste im Garten- und Landschaftsbau in der Verdiensterhebung aus. Sie übersteigen die reinen Gerätekosten deutlich, deshalb entscheidet die Auslastung über die Stückkosten.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Betriebskosten je Stunde?

Benzinbetriebene Geräte kosten 2 bis 3 Euro je Stunde, Akkugeräte 0,80 bis 1,30 Euro. Wartung und Abschreibung kommen hinzu.

Welche Wartungsintervalle gelten für Akkugeräte?

Hersteller nennen meist jährliche Kontrollen von Elektronik, Lüftung und Kontakten. Zusätzlich ist der Akku nach 1.000 bis 1.500 Ladezyklen zu ersetzen.

Ab welcher Fläche lohnt sich ein Aufsitzmäher?

Ab etwa 5.000 Quadratmetern je Einsatz rechnet sich der Aufsitzmäher. Darunter überwiegen Rüstzeit und Transport.

Was gilt für Lärm und Vibration?

Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung nennt Auslösewerte von 80 Dezibel und 2,5 Metern pro Sekunde im Quadrat. Ab diesen Werten sind kürzere Einsatzzeiten und Maßnahmen Pflicht.

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