
Gartenbau
Teil von Wie lassen sich Grünflächen ganzjährig pflegen?
4 Schritte zur Rasenpflege im Jahresverlauf
Rasenpflege im Jahresverlauf: vier Schritte mit Monaten, Schnitthöhen in Millimetern, Düngergaben in Gramm pro Quadratmeter, Geräten und DIN 18919.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Vier Pflegeblöcke gliedern das JahrFrühjahr, Sommer, Herbst und Winter.
- Die Schnitthöhe steigt von 35 mm im Sommer auf 60 mm beim letzten Schnitt.
- Drei Düngergaben decken den Bedarf20 g/m², 20 g/m² und 15 g/m².
- Benötigt werden Spindelmäher, Vertikutierer, Rasenlüfter, Streuwagen und Laubbläser.
- DIN 18919 trennt Entwicklungs- und Unterhaltungspflege und fordert Nachweise.
Schritt 1: März bis April, Narbe prüfen und Startdüngung setzen
Zuerst Filz und Moos prüfen und Verdichtungen mit dem Spatenstich testen. Erst danach wird gemäht oder gedüngt.
Ist die Filzschicht dick, arbeitet der Vertikutierer mit feststehenden Messern die Narbe durch. Bei dünner Auflage genügt der Rasenlüfter oder ein Federstriegel.
Der erste Schnitt läuft bei trockenem Wetter auf 40 mm, nicht tiefer. Ein zu tiefer Schnitt kostet Kraft, die die Gräser für den Austrieb brauchen.
Nach dem ersten Schnitt folgt die Startdüngung: 20 g/m² NPK-Dünger mit Stickstoffbetonung, gleichmäßig mit dem Streuwagen verteilt.
Beispielrechnung: Bei 200 m² Fläche sind 4 kg Dünger nötig, denn 20 g/m² mal 200 m² ergibt 4000 g.
Verdichtete Böden nehmen Wasser und Luft schlechter auf. Hintergründe bündelt das Umweltbundesamt unter Boden und Fläche.
Ein Bodentest zeigt vor der Düngung, ob der pH-Wert passt. Liegt er zu niedrig, hilft eine Kalkgabe nach Herstellerangabe.
Schritt 2: Mai bis Juli, Schnitt und Wasser im Takt halten
In der Hauptwachstumsphase wird alle 7 bis 10 Tage gemäht. Die Schnitthöhe liegt bei 35 mm, nie wird mehr als ein Drittel der Blattmasse entfernt.
Ein scharfer Spindelmäher schneidet sauberer als ein Sichelmäher mit stumpfem Messer. Ausgefranste Halme sind Eintrittspforten für Pilze.
Auch Mähroboter brauchen scharfe Klingen und eine eingestellte Höhe von 35 mm, sonst entstehen braune Spitzen.
In Trockenphasen wird durchdringend gewässert statt täglich wenig, am besten am Morgen. So bilden die Gräser tiefere Wurzeln.
Ende Juni steht die zweite Düngergabe von 20 g/m² an. Danach wöchentlich mähen und das Schnittgut abräumen.
Schritt 3: August bis Oktober, Reserve für den Winter aufbauen
Ab September steigt die Schnitthöhe auf 50 mm, der Stickstoffanteil wird gedrosselt.
Anfang September folgt die dritte Gabe mit 15 g/m², kaliumbetont. Kalium gilt als Baustein für die Frosthärte der Gräser.
Ist der Boden stark verdichtet, lohnt im September das Aerifizieren mit Hohlspoons. Danach Sand einarbeiten und die Fläche glatt rechen.
Laub wird wöchentlich entfernt, mit Rechen oder Laubbläser. Bleibt es liegen, erstickt die Narbe und Pilzkrankheiten breiten sich aus.
Wer robuste Sorten für den Standort sucht, findet Versuchsergebnisse bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.
Schritt 4: November bis Februar, Ruhezeit nutzen und Geräte warten
Der letzte Schnitt erfolgt im November bei 55 bis 60 mm. Tiefer zu schneiden schadet, weil die Gräser nicht mehr nachwachsen.
Bei Frost wird die Fläche nicht betreten. Trittstellen im gefrorenen Boden bleiben bis ins Frühjahr sichtbar und müssen nachgesät werden.
In der Ruhezeit wird nicht gedüngt. Die Nährstoffe bleiben ungenutzt und werden mit dem Schmelzwasser ausgewaschen.
Wartung steht an: Messer schleifen, Ölwechsel, Streuwagen und Beregnung reinigen, Schläuche auf Frostschäden prüfen.
DIN 18919 regelt Instandhaltungsleistungen für Vegetationsflächen und trennt Entwicklungs- von Unterhaltungspflege. Wie eine DIN-Norm entsteht, erklärt DIN unter Alles über DIN-Normen.
Leistungen, Termine und Düngemengen werden dokumentiert. Bei Abnahmen liegt damit ein Nachweis vor.
Schnitthöhen und Düngergaben im Überblick
| Zeitraum | Schnitthöhe | Düngung | Gerät |
|---|---|---|---|
| März bis April | 40 mm | 20 g/m² | Vertikutierer, Streuwagen |
| Mai bis Juli | 35 mm | 20 g/m² im Juni | Spindelmäher, Beregnung |
| August bis Oktober | 50 mm | 15 g/m² im September | Laubbläser, Streuwagen |
| November bis Februar | 55 bis 60 mm | keine | Messerschleifer, Ölwechsel |
Häufige Fragen
Wie oft muss der Rasen im Sommer gemäht werden?
Bei kräftigem Wachstum alle 7 bis 10 Tage, bei kühler Witterung alle 14 Tage. Die Schnitthöhe bleibt bei 35 mm.
Warum darf im Winter nicht gedüngt werden?
Ohne Wachstum nimmt der Rasen kaum Nährstoffe auf. Regen und Schmelzwasser tragen sie in tiefere Bodenschichten.
Welche Rolle spielt DIN 18919 bei der Rasenpflege?
Die Norm beschreibt Instandhaltungsleistungen und trennt Entwicklungs- von Unterhaltungspflege. Sie hilft, Leistungen, Termine und Mengen nachvollziehbar zu belegen.
Wie viel Wasser braucht eine Rasenfläche?
Einmal pro Woche durchdringend wässern statt täglich kleine Mengen. Am Morgen verdunstet weniger.



